
Einmal im Monat ehrt der Landkreis Ehrenamtliche. Grit Wolf, die Vorsitzende des Vereins Blema-Chor „Gerhard Hirsch“, konnte sich jetzt darüber freuen – es gab viel Applaus.
Erik Gläser, der Leiter der Fachstelle Ehrenamt im Landratsamt, hat am Dienstag Grit Wolf mit dem Titel „Ehrenamt des Monats Januar 2022“ ausgezeichnet. Anett Grobe vom Vorstand des Vereins Blema-Chor „Gerhard Hirsch“ Aue hatte ihre Vorsitzende vorgeschlagen.
„Als ich von der Auszeichnung erfahren habe, war ich völlig geplättet“, sagt die Geehrte. Die heute 55-jährige Grit Wolf leitet seit 20 Jahren die Vereinsgeschicke. „Ich habe noch gar nicht lange im Chor gesungen, da hat der damalige Vorsitzende seinen Rücktritt angekündigt“, erinnert sich Wolf. Ihr ehemaliger Russischlehrer Horst Scheffer, der selbst im Chor sang, schlug sie für den Posten vor. Die damals 35-Jährige setzte sich in einer Wahl gegen zwei Mitbewerber durch. Dass Vertrauen enttäuschte sie nie – im Gegenteil. So sind sich die Vorstandsmitglieder einig, dass die ehrenamtliche Chefin Kapitän, Anker und Steuermann sei. Vorstandsmitglied Barbara Basler: „Grit kann man auch gegen Mitternacht anrufen – auch bei persönlichen Sorgen.“
Dabei hat Grit Wolf selbst einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Als Kind wurde bei ihr eine Krebserkrankung diagnostiziert, sie verlor ein Bein, zudem verlor sie ihren Mann Helmut viel zu früh. „Als ich gerade einmal ein Jahr Vorsitzende war, musste ich für lange Zeit ins Krankenhaus. Er hat mich immer unterstützt, mir den Rücken freigehalten und mit dem Vorstand zusammengearbeitet“, so Grit Wolf, die trotz aller Schicksalsschläge weder ihren Humor noch ihre positive Einstellung verloren hat. „Ganz sicher hat sie auch mal schlechte Laune, aber die zeigt sie uns nie“, so Helga Szelig, die das Vorstandsquartett komplettiert. Gerade in den vergangenen zwei Jahren, in denen Corona die Vereinsarbeit dominierte, waren viel ausgleichendes Geschick und Zusammenhalt auf Distanz gefragt. Es spricht für sich, dass der Chor keine Mitglieder verloren hat.
Ein bisschen sentimental wird Grit Wolf trotzdem. Im vergangenen November wollte die Sängerschar eigentlich den 75. Geburtstag des Klangkörpers feiern. „Dann kam das Aus“, erinnert sich Wolf. Dabei hatten die Musikfreunde fleißig geprobt, ihr Repertoire erweitert. „Wir haben neue Liedblätter gekauft, weil das Konzert natürlich etwas ganz Besonderes werden sollte“, schildert die Ausgezeichnete. Auch finanziell sei der Ausfall der Jubiläumsveranstaltung schmerzhaft gewesen. Etwa 1000 Euro wurden quasi in den Sand gesetzt. „Doch wir holen unser Konzert nach – hoffentlich in diesem November“, so Grit Wolf, deren Augen voller Tatendrang aufblitzen.
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