
Endlich dürfen sie wieder auf die Bühne: Die Sänger wollen bei ihrem Weihnachtskonzert nicht nur stimmlich überzeugen.
Da werden die Zuhörer Augen machen, ist Grit Wolf sicher und schmunzelt. Zwar ist das traditionelle Weihnachtskonzert des Auer Blema-Chors „Gerhard Hirsch“ von der Sache her eher ein Ohrenschmaus. Doch zu sehen gibt es diesmal auch eine Menge. Spätestens ab 15 Uhr, wenn das Programm beginnt. „Wer zeitiger da ist, kann gern über unseren kleinen Adventsmarkt im Foyer schlendern.“
Zu diesem Zeitpunkt sind Grit Wolf und ihre Mitstreiter schon in ihre neuen Auftrittskleider geschlüpft. „Ein Modeausstatter aus Stollberg hat uns dabei unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar“, betont die Vereinsvorsitzende – noch mehr mit Blick auf Corona und steigende Kosten, wohin man schaut. Nicht so beim Traditionsensemble mit mehr als 75-jähriger Geschichte. „Wir haben die Eintrittspreise belassen, wie sie zuletzt waren.“ Zuletzt – das war 2019. Seither ist das Weihnachtskonzert wegen der Pandemie nicht mehr erklungen, 2021 platzte es gar erst wenige Tage zuvor. „Umso größer ist die Freude, dass wir wieder auf der Bühne stehen“, sagt Wolf. „Akku und Gehirn“ der Sängerschar ist nach wie vor Heidemarie Korb als künstlerische Leiterin. Auch mit Ende 70 widmet sie sich noch voller Herzblut den Programmen. „Sie lässt nicht nach und zieht uns mit.“
So besteht auch das diesjährige Weihnachtsprogramm aus Klassikern, teils in erzgebirgischer Mundart, und aus neu einstudierten Liedern. Zugleich holt der Chor seinen 75. Geburtstag nach. „In der Vorbereitung haben wir gemerkt, dass es nach langer Auftrittspause erst eine Weile braucht, ehe die Stimmen wieder zu alter Stärke finden.“ Geduld war in den Proben deshalb gefragt. „Aber wir sind gefestigter denn je aus der Krise hervorgegangen“, so die Vereinschefin. Daran änderten auch viele Monate des Kontaktverbots nichts. „Im Gegenteil. Wir sind auf anderen Wegen noch enger zusammengerückt.“
In der Adventszeit liegt vor dem Chor wieder mal ein „relativ normales Pensum“. Das bedeutet sechs Auftritte, etwa in Pflegeheimen und auf Märkten sowie am 3. Dezember die Fahrt ins Gewandhaus nach Leipzig, wo die Auer das vierte Mal schon ein großes Konzert mit mehreren Chören aus Sachsen mitgestalten. „Diese Einladung macht uns natürlich besonders stolz. Vor allem nach dieser schweren Zeit“, sagt Grit Wolf.
Auf der Bühne stehen am kommenden Sonnabend 35 Frauen und Männer sowie die Karo-Dancers als Gäste, die Auszüge ihrer Märchenshow präsentieren -den Froschkönig und Aschenbrödel. „Eine Augenweide“, so Wolf. Das gilt auch für die neue „Dienstkleidung“ der Sängerschar in Rot und Schwarz. „Unsere Zuhörer dürfen also in vielerlei Hinsicht gespannt sein.“
Das Weihnachtskonzert des Blema-Chors „Gerhard Hirsch“ findet an diesem Sonnabend im Auer Kulturhaus statt. Beginn ist 15 Uhr.
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