Heidemarie Korb vom Auer Blema-Chor "Gerhard Hirsch" hat die musikalische Leitung des Ensembles an Hendrik Beyreuther übergeben.

Das knapp 80 Jahre alte Ensemble hat einen neuen musikalischen Leiter. Hendrik Beyreuther ist 44 Jahre jung und will für frischen Wind sorgen, um den Chor am Leben zu erhalten. Keine leichte Aufgabe.

Während er den Dudelsack spielt, hat Tom Schwarczenberger seine Emotionen noch im Griff. Dann setzt er das schottische Instrument ab, gekleidet ist der 28-Jährige standesgemäß in einen Kilt. Die Tränen kann der junge Mann jetzt nicht mehr bremsen. Es sind Tränen des Abschieds und der Freude. Nur zu gern ist er von Nürnberg, seinem neuen Lebensmittelpunkt, ins Erzgebirge gekommen, um Heidemarie Korb zu verabschieden, sagt er leise. „Für sie mache ich das sehr gern“, schickt er hinterher.

Am Generationswechsel geht kein Weg vorbei

Denn auch seine sängerische Laufbahn hat mit der langjährigen Dirigentin des Auer Blema-Chors „Gerhard Hirsch“ zu tun. Erst im Jugendchor, danach im großen Chor war Tom Schwarczenberger einige Zeit aktiv. Nun nahm seine Mentorin Abschied vom Dirigentenpult. Mit 78 Jahren mehr als verdient. Nach 39 Jahren in diesem Ensemble, das Korb noch dazu 28 Jahre musikalisch geleitet hat, ging am Wechsel kein Weg mehr vorbei. Auf eigenen Wunsch übergab Heidemarie Korb jetzt bei einem Konzert den Dirigentenstab an Hendrik Beyreuther. Und war von den Überraschungen gerührt, die ihre Sängerschar vor großem Publikum zelebrierte, um ihr einen würdigen Abschied zu bereiten. Tom Schwarczenberger war für alle der sicher emotionalste Part. Das lag auch am Ohrwurm „Amazing Grace“, den er seinem Dudelsack entlockte. Korb richtete auch noch ein paar Worte an ihren Chor: „Ihr habt mich tapfer ertragen, auch mal geschimpft, aber letztlich immer gemacht, was ihr solltet.“ Gelächter in der Runde.

Vor dem Neuen liegt eine große Aufgabe

Diese Herzlichkeit, die der Sängerschar inne wohnt, ist für Beyreuther einer der Gründe, warum er sich künftig ans Pult stellt. Der 44-jährige Altenpfleger stammt aus Bermsgrün und lebt in Chemnitz. Vor ihm liegt die große Aufgabe, die Sängerschar zu erhalten – die Zahl der Mitglieder sinkt, auch Männer sind Mangelware. „Da werden wir uns Kniffe einfallen lassen müssen, um wieder mehr Leute fürs Singen und das Auftreten zu begeistern.“ Seit 1994 singt er im knapp 80 Jahre alten Blema-Chor mit, der einst knapp 100 Stimmen zählte. Rund 35 sind es heute. Das fordert auch musikalisch heraus. Viele Noten wurden schon unter Heidemarie Korb auf die kleinere Zahl an Sängern umgeschrieben. „Wir setzen alles daran, dass es noch lange weitergeht“, sagt Beyreuther.

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Quelle: https://www.freiepresse.de/erzgebirge/aue/abschied-unter-traenen-in-aue-blema-chor-verjuengt-sich-an-der-spitze-artikel12869480

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