Der Chor, hier beim Auftritt zu seinem 70. Geburtstag, gibt am 7. Mai in Aue ein Muttertagskonzert.

Von 38 auf 3: Das starke Geschlecht ist im Auer Blema-Chor „Gerhard Hirsch“ nur noch schwach vertreten. Deshalb sei es nun höchste Zeit für einen Appell.

Das traditionelle Muttertagskonzert des Auer Blema-Chores „Gerhard Hirsch“ birgt dieses Jahr gleich zwei Besonderheiten. Zum einen erklingt es eine Woche früher als üblich, nämlich schon am 7. Mai ab 15.30 Uhr im Auer Kulturhaus. Und zum anderen rührt es die Werbetrommel mit Blick auf eine bestimmte Zielgruppe. „Wir suchen dringend nach männlicher Stimmverstärkung“, sagt Vereinsvorsitzende Grit Wolf und rechnet vor: Waren es vor 20 Jahren noch 38 Herren in der Riege, muss man das starke Geschlecht inzwischen akribisch suchen.
Das Nesthäkchen ist mit Hendrik Beyreuther 43 Jahre jung. Viel älter sind indessen Georg Eckhardt und Karl-Heinz Gerhardt, wobei Letzterer nicht wirklich den männlichen Part verstärkt. „Ich singe Sopran zwei, also die tiefe Frauenstimme“, sagt der 79-Jährige, der den späten Wechsel zum Blema-Chor bereut. Zuvor sang er nämlich im reinen Männerchor „Arion“ in Lauter mit. „Ich hätte schon 20 Jahre früher nach Aue gehen sollen.“ Warum? Wegen der hohen gesanglichen Qualität, findet Gerhardt. Der Chor ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm geschrumpft – von einst fast 90 Leuten auf nun 34 Mitglieder. Dem Anspruch tat das keinen Abbruch. „Mit unserer Chorleiterin Heidemarie Korb haben wir uns an die veränderten Bedingungen angepasst“, sagt Grit Wolf. Dazu wurden Notensätze umgeschrieben und auch ein Kammerchor gebildet, der über ein englischsprachiges Repertoire verfügt. Gerhardt bestätigt die souveräne Linie. „Ich habe schon unter fünf Chorleitern gesungen. Aber Heidi ist die Beste“, so der Auer, der mit Blick auf die Sängerschar vom einzigartigen Zusammenhalt schwärmt. „Ich kann es nur jedem empfehlen, der gerne singt.“ Viel mehr, betont Wolf, ist auch gar nicht nötig. „Selbst wer keine Noten kann, ist bei uns gern gesehen.“ Im Männerstimmbereich besonders, wo nur noch Beyreuther, Eckhardt und mit Helga Fiedler sogar eine Frau die Fahne hoch halten.
Der Vielfalt des Programms tue das keinen Abbruch. „Unser diesjähriges Muttertagskonzert wird die Zuhörer begeistern“, so Wolf. Zu Gehör kommen unter anderem Lieder, die einige Jahre nicht mehr zum Repertoire zählten. „Julischka“ zum Beispiel oder „Morgenglocken klingen“ – umgeschrieben auf die aktuelle Besetzung.

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Quelle: https://www.freiepresse.de/erzgebirge/aue/auer-chor-begibt-sich-auf-maennersuche-artikel12848327

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