
1946 gegründet, ist die Sängerschar ein Stück Kulturgeschichte von Aue. Manche singen schon ihr ganzes Leben lang mit – und freuen sich über junge Verstärkung. Auch mit Blick aufs Weihnachtskonzert.
Aue-Bad Schlema. Sie singt schon immer gern, sagt Samira Kessel. „Deshalb habe ich im Internet gestöbert und stieß auf den Blema-Chor“, so die 22-Jährige. Seit einigen Wochen ist sie aus dem Kreis der 1946 gegründeten Sängerschar nicht mehr wegzudenken. Mehr noch: Ihren Kumpel Fabian Reinhold (21) brachte die Auerin als Männerstimme gleich noch mit.
Junge Stimmen für Traditionschor „ein großes Geschenk“
Die beiden sind für den Blema-Chor ein Geschenk, sagt Vereinsvorsitzende Grit Wolf. Hinzu stieß ein weiterer Mann Mitte 30, der die schmale Herrenriege verstärkt. „Wir sind überglücklich“, so Wolf. 36 Köpfe zählt die Sängerschar aktuell. „Wir waren schon weniger.“ Viele singen seit mehreren Jahrzehnten mit. „Dass der Altersdurchschnitt hoch ist, stört uns nicht“, betont Samira Kessel. Im Gegenteil. „Wir können viel lernen. Und vielleicht kommen ja auch noch mehr junge Leute dazu.“ Das Niveau im Chor empfinden die „Küken“ als hoch. „Eine gewisse Qualität ist der Anspruch. Das merkt man sofort“, bestätigt Fabian Reinhold.

Bange sei ihm und Samira vor der Feuertaufe nicht, so der Anlagenmechaniker. Am 2. Dezember stehen die drei „Neuen“ erstmals mit auf der Bühne im kleinen Saal des Auer
Kulturhauses. Ab 14.30 Uhr präsentiert der Blema-Chor dann sein traditionelles Weihnachtskonzert – aber mit vielen Neuerungen. „Wir legen zwei größere Pausen ein, damit unsere Gäste über den Markt im Foyer schlendern können.“ Floristik, Backwaren, Handarbeiten und mehr bieten Händler und Verein feil. Zudem gibt es Stollen, Plätzchen, Kuchen und Kaffee.
Nur einen festen Eintrittspreis gibt es erstmals nicht. „Jeder soll geben, was es ihm wert ist“, so Wolf. Zudem wirken „märchenhafte“ Karo-Dancers und Tobias Möckel am Flügel mit.
Chorleiter erlebt gewinnbringenden Einstieg am Dirigentenpult
Sie rechnet mit ausverkauftem Haus. Nach den Auftritten zum Tag der Sachsen ist der Weihnachtszyklus – dazu gehören neben dem Konzert im Kulturhaus sieben Auftritte in
Heimen, Kirchen und auf Märkten – für Hendrik Beyreuther die zweite große Herausforderung, die der 44-Jährige mit dem Chor als künstlerischer Leiter erlebt. Erst im Mai übernahm
er den Dirigentenstab. „Alle ziehen toll mit“, lobt er und macht auf Lieder neugierig, die bei vielen „schon lange auf der Wunschliste stehen“. Für sieben Titel liegen Texte aus, damit
das Publikum sich einstimmen kann. (ane)
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